Was die Presse so über uns schreibt...


 

„Alle gleich wären, wäre so langweilig!“

 

 

 

Humorige und nachdenkliche Lesung mit Doro und Jonas Zachmann anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März 2019

(Foto: A. Schulz)

 

 

„Ich besonders, ich Down-Syndrom, so cool! Genieße mein Leben. Keiner ist perfekt, aber ist gut so“, eine von vielen Aussagen, die Autor Jonas Zachmann im Rahmen einer Lesung am 21. März 2019 vortrug. „Ich mag nicht immer reden und fragen. Thema nervt, bin glücklich, mir geht gut.“ Und als der 26-jährige so da saß, neben seiner Mutter Doro

und mit ihr zusammen aus dem Familienleben plauderte und Anekdoten und nachdenkliche Passagen aus dem gemeinsamen Buch „Bin kein Star, bin ich!“ las, konnte man nur einen Eindruck gewinnen: das stimmt!

 

 

Schon nach wenigen Augenblicken hatten Doro und Jonas Zachmann die Gäste durch ihre erfrischende, fröhliche, authentische und humorige Art auf ihrer Seite. Der liebevolle, wertschätzende und respektvolle Umgang der beiden miteinander vor, während und nach der Lesung war herrlich mitanzusehen und vermittelte den Eindruck, eines tollen Familienzusammenhalts. Neben den beiden gehören noch Papa, drei Schwestern und seit kurzem eine Nichte zum Hause Zachmann.

 

 

„Meinem Sohn habe ich viel zu verdanken. Er hat dafür gesorgt, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. So kam mein erstes Buch ‚Mit der Stimme des Herzens‘ zustande, das über die ersten sechs Lebensjahre von Jonas geht. Schreiben war in der Zeit mein Ventil“, verriet Doro Zachmann. Sie bekam die Möglichkeit, an verschiedenen Orten aus ihrem Erstlingswerk zu lesen. Zu Hause erzählte sie von ihren Touren, Erlebnissen und Hotelunterkünften. „Hotel, toll. Will auch Hotel, kann lesen“, hörte sie ihren Sohn sagen. Und dann sprach sie im Jahr 2010 den legendären Satz aus, der viel verändern sollte: „Nur wer ein Buch geschrieben hat, der liest dann auch daraus vor und schläft im Hotel.“ Die Antwort vom Sohnemann, den sie auch liebevoll „Knüller Jonas“ nennt, ließ natürlich nicht lange auf sich warten: „Schreib ich nächstes Buch, kein Problem.“ Der Gedanke ließ Jonas nicht mehr los und schließlich war das erste gemeinsame Buch „Ich mit ohne Mama“ über die heiße Zeit während der Pubertät fertig. Es folgte „Bin kein Star, bin ich!“. Der Titel ist zufällig dank einer Begegnung nach einer Lesung in Chemnitz entstanden. Ein Mann klopfte Jonas nach der Veranstaltung wohlwollend auf die Schulter und sagte: „Mensch Jonas, du bist ja jetzt ein richtiger Star.“ Jonas guckte total irritiert und sagte: „Nee, bin kein Star, bin ich!“.

 

 

In dem Buch geht es um Themen wie Auszug aus dem Elternhaus, Hobbys, Mann und Frau sein. Jonas hat darin auch seine Gedanken über das Down-Syndrom niedergeschrieben. „Ist mir schwer manchmal, Down-Syndrom zu haben. Will behandelt werden wie andere auch. Sie denken, der ist dumm. Bin nicht dumm! Alle gleich wären, wäre so langweilig. Jeder hat seine Macken, ich auch. Ich bin Down-Syndrom. Und bleibt so. Ist OK so. Manche Menschen nicht glücklich, haben kein Down-Syndrom.“

 

Vor sechs Jahren zog Jonas aus dem Elternhaus aus. Seit einiger Zeit lebt er nun schon in einer Wohngemeinschaft mit zehn Mitbewohnern mitten in Karlsruhe. Mit Bus und Bahn fährt er täglich in die Lebenshilfe-Werkstatt. Er arbeitet dort seit 2014 in der Schreinerei und liebt es, mit Holz zu arbeiten. In seiner Freizeit geht er gern tanzen oder ins Kino und schaut DVD. Außerdem isst er leidenschaftlich gern: Pizza, Döner und Burger. Ach ja, ein Hobby fehlt noch: „Mama ärgern“, sagte er, grinst verschmitzt dabei und gab ihr einen Kuss auf die Wange. 

 

 

„Wir wollten anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages keinen pädagogischen Fachvortrag organisieren und auch nichts über das ‚schwere‘ Thema Bundesteilhabegesetz erzählen. Wir wollten auf leichte, lockere und unterhaltsame Art einen Beitrag zu dem Thema leisten. Es darf gelacht werden“, sagte Geschäftsführer Volker Hinte, der im Namen der Stiftung Lebenshilfe Syke alle Gäste in der Kastanie in Martfeld begrüßte.

 

Und die hielten sich auch kräftig dran, wenngleich es auch Nachdenkliches gab. Einträge im Gästebuch der Zachmanns brachten es auf den Punkt: "Vielen Dank für den schönen Abend, Ihr habt uns wundervoll unterhalten, zum Lachen gebracht und berührt. Ein anderer Gast schrieb: "Ein berührender Abend, an den ich noch lange zurückdenken werde. Es gibt viel zu bedenken...".

 

 

Dass genau diese Worte niedergeschrieben wurden, lag vielleicht auch an Aussagen wie: „Mama und Papa sind ganz stolz auf mich, weil ich mein Leben hinkriege.“ Doro Zachmann schaute ihren Sohn an und sagte: „Das stimmt. Er lehrt uns immer wieder zu sehen, was wichtig ist im Leben. Für ihn zählen andere Dinge. Mit dem Herzen sieht man wesentlich.“ Offen gibt sie zu: „Ich beneide ihn dafür, dass er so authentisch ist. Er ist von Grund auf ehrlich, lebt völlig maskenlos, man weiß immer, woran man ist. Ich bin keine Betroffene, ich bin Getroffene – mitten ins Herz.“

 

Anja Schulz

 

 

 

PS: Vielen Dank an das Team der Kastanie sowie an Doro und Jonas Zachmann für einen tollen Abend.

 

 

Info-Kasten:

 

Am 21. März ist Welt-Down-Syndrom-Tag. Dieser wird seit 2006 überall auf der Welt gefeiert. Genau an diesem Datum, weil bei einigen Menschen das 21. Chromosom 3x vorhanden ist. Menschen mit Down-Syndrom (auch Trisomie 21 genannt) haben meist 47 Chromosomen. Menschen ohne Down-Syndrom haben 46 Chromosomen. An dem Tag sollen Menschen mit 47 Chromosomen eine Stimme bekommen.

 

 

 

 

 


Nürnberger Nachrichten - 13/02/2019

 

Ich bin nicht dumm, bin schlauer Kerl!“

 

Jonas Zachmann hat das Down-Syndrom—Mit seiner Mutter las er in Gunzenhausen aus ihrem Buch

 

 

 

Doro und Jonas Zachmann präsentierten im Café Lebenskunst ihr Buch und erzählten vom Alltag eines Menschen mit Down-Syndrom.

 

GUNZENHAUSEN — Wenn eine Mutter mit ihrem erwachsenen 26-jährigen Sohn gemeinsam ein Buch schreibt und auf Lesetour geht, dann muss schon etwas Besonderes dahinterstecken. Diese Vermutung lockte denn auch fast 70 Zuhörer ins Gunzenhäuser Café Lebenskunst, um Doro und Sohn Jonas Zachmann zuzuhören.

 

Der Geschäftsführer der Lebenshilfe Altmühlfranken, Martin Britz, erinnerte in seiner Begrüßung kurz an den Zusammenschluss der beiden Institutionen im Landkreis und dass sie das Jubiläumsjahr — heuer feiert die Einrichtung

 ihr 50-jähriges Bestehen — mit einem umfangreichen Veranstaltungsreigen „bewusst in Gunzenhausen beginnen wollen.“ Als er schließlich eine „erlebnisreiche Lesung“ ankündigte, versprach Britz nicht zu viel.

 

Jonas Zachmann hat eine angeborene Kombination von verschiedenen geistigen Behinderungen und körperliche Fehlbildungen — besser bekannt unter dem Namen Down-Syndrom. Hier sind das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden. Das alles musste erst einmal verdaut werden in einem quirligen Familienbetrieb, wo bereits drei Töchter das Leben der Zachmanns im baden-württembergischen Pfinztal im Landkreis Karlsruhe gehörig durcheinander wirbelten. Die studierte Sozial-Pädagogin suchte nach der Geburt ihres Sohnes ein Ventil, um all die vielen neuen Fragen, Eindrücke und Erlebnisse richtig einzuordnen und fand es im Schreiben. „Vor allem nachts“, verrät sie den dicht gedrängt sitzenden und sogar teilweise stehenden Zuhörern im Cafe Lebenskunst, wenn sie lange wach lag und manchmal nicht wusste, wo ihr der Kopf steht.

 

In ihrem ersten Buch „Mit der Stimme des Herzens“ beschreibt sie die Gefühlslage, die alle Eltern haben, wenn sie ein Kind bekommen, das anders als die Norm ist. Die Maßstäbe verändern sich und doch stellt Doro Zachmann fest, dass Sohn Jonas ein wahrer Glücksfall für sie und ihre ganze Familie ist. Sie gab ihren Beruf auf, verstand sich fortan als Familienfrau, Autorin, Referentin und Produzentin von Ratgebern, Kalendern, Bildbänden und Fotografin: „Ich entdeckte mich neu.“

 Triebfeder war für die gläubige Christin das Wissen, dass Menschen mit einer Behinderung genauso wunderbar geschaffen sind, wie solche, die kein Handicap haben. Ohne Scheu erzählt sie von fröhlichen und ungewöhnlichen Abenteuern im Leben ihres Jonas.

 

Der heute 26-Jährige präsentiert sich dabei als wahre „Rampensau“, also einer, der gerne auf der Bühne steht. Schlagfertig und humorvoll widerspricht er seiner Mutter und erklärt dem staunenden Publikum: „Sie denken, der ist dumm. Aber stimmt nicht so, ich bin nicht dumm, bin schlauer Kerl!“ Spätestens da wird deutlich, dass dieser Mensch nicht nur über ein gesundes Selbstwertgefühl verfügt, er weiß auch sein Handicap richtig einzuschätzen. „Oft gemein, weil sie mich auslachen. Das finde ich doof! Das will ich nicht!“

Die Mutter tritt dezent zurück, nun gehört ihrem Sohn die Bühne. Als „Star“ sieht er sich aber nicht, auch wenn sie manchmal in großen Hallen auftreten, bleibt Jonas bescheiden: „Bin kein Star, bin ich.“

 

Das ist auch der Titel von Doro Zachmanns neuestem Buch. Hier erzählt sie über das Erwachsenwerden ihres Jüngsten, seine große Sehnsucht nach einer Partnerin und dem Auszug aus dem Familienheim. Seine drei Schwestern Katharina, Maren und Eliane haben es ihm vorgemacht, als sie ihre Ausbildungen begannen. Das wollte Jonas auch. Er zog nach Karlsruhe in eine WG der Lebenshilfe und lernte den Beruf des Schreiners. Zwar sind es nur vier Kilometer bis zu seiner Familie, aber Jonas findet es „cool, in einer WG zu wohnen“. Mutter Doro muss sich noch daran gewöhnen: „Es ist schon komisch, wenn Jonas von seinem Zuhause spricht und damit die WG meint“, gestand sie freimütig. Doch der Draht zu den Eltern ist eng, immer wieder taucht Jonas zuhause auf. Vater Wolfgang ist Psychotherapeut. „Guter Mann“, sagt Jonas über ihn, „hilft anderen, wenn sie Probleme haben“.

 

Und zu seiner Mutter hat er ein sehr enges Verhältnis, das wird an diesem Abend mehr als deutlich: Mal gibt er ihr liebevoll einen Kuss auf die Wange, mal nehmen sich die beiden in den Arm, mal neckt er sie mit einem lockeren Spruch.

Jonas nimmt sich so an, wie er ist: „Bin okay so, nix tut weh bei mir.“ Doro Zachmann bewundert ihn für seine positive Haltung: Er sage, was er denke und verbiege sich nicht. „Das schätze ich so sehr“, erzählt sie und strahlt. Das kam an beim Publikum in Gunzenhausen. Der Beifall war lang anhaltend, und die Besucher sitzen noch länger und unterhalten sich über den Abend. „Da war nichts gefakt“, sagt etwa Uschi Lohnis aus Weißenburg und hebt besonders „die pure Lebenslust“ von Jonas hervor. Elfriede Frank aus Treuchtlingen geht „sehr bereichert nach Hause.“ Sie schätzte vor allem

den Mut von Doro Zachmann: „Sie hilft damit anderen Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind.“

 

REINHARD KRÜGER



Zu sich selbst stehen –

begeistertes Publikum bei Lesung von Jonas und Doro Zachmann

 

Karlsruhe, 14. März 2018. Mit Charme, Humor und starken Botschaften begeisterten Jonas und Doro Zachmann bei der Lesung im Bürgerzentrum Südweststadt ihr Publikum.
Foto: Badischer Landesverein für Innere Mission

 

Rund 40 Gäste waren der Einladung des Badischen Landesvereins für Innere Mission gefolgt (BLV) und gekommen, um den jungen Mann mit Down-Syndrom und seine Mutter zu hören.

Abwechselnd lasen die beiden aus ihrem Buch „Bin kein Star, bin ich. Knüller Jonas findet seinen Platz im Leben“. Musikunterlegte Bilder, Zeichnungen von Jonas und kurze Auszüge aus weiteren Texten ergänzen die gelesen Passagen.

Themen, zu denen Mutter und Sohn etwas zu sagen bzw. zu lesen hatten, waren unter anderem der Auszug von Jonas aus dem Elternhaus, sein Beruf (Jonas: „Ist cool, Schreiner sein!“), Hobbys wie Essen und Tanzen ( „Ich liebe es!“), und sein Down-Syndrom („Bin okay so bei mir – nichts tut weh bei mir“) oder auch das unangenehme Gefühl, wenn andere das Down-Syndrom allzu stark in den Fokus stellen  („Mich interessiert nicht, ob ich Behinderung hab! Das ist unwichtig!“).

Doro Zachmann fasste ihre bemerkenswerten Erfahrungen unter anderem so: „Jonas hat uns gelehrt, das Leben wirklich zu verstehen. Er lebt fasadenfrei und maskenlos, steht zu sich selbst, ist pur.“

Die Lesung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Was bleibt.“, die noch bis Ostermontag in der Krypta der Evangelischen Stadtkirche am Marktplatz zu sehen ist. Die Ausstellung nimmt Fragen wie „Was werde ich als Mensch auf Erden hinterlassen?“ in den Blick und thematisiert das Weitergeben, Schenken, Stiften und Vererben.

Da Voraussetzung für die Beantwortung dieser „Was bleibt“-Fragen zunächst die Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt ist, geht das umfangreiche Begleitprogramm zu Ausstellung auch vorgeschalteten Überlegungen nach und fragt unter anderem: „Wer bin ich?“ und „Wohin führt mein Lebensweg?“.

Jonas und Doro Zachmann haben mit ihrer Lesung starke Impulse dazu gegeben und aufgezeigt, was es heißt, (auch mit Behinderung) zu sich selbst zu stehen.


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Schwäbisch Hall

 

Glück trotz Down-Syndrom

 

Sonja Alexa Schmitz | 24.10.2017  

 

Doro Zachmann, Mutter und Buchautorin, spricht in der Kantine der Bausparkasse über die Geburt ihrer Kinder, Erfahrungen in der Kinderklinik und eine einschneidende Diagnose.  Foto:  Ufuk Arslan

 

 

Wie ehrgeizig bin ich? Die Frage sollen sich die Damen stellen, fordert Moderatorin Esther Würth. „Und für wie ehrgeizig halten Sie Ihr Gegenüber auf einer Skala von eins bis zehn?“ 220 Frauen schauen ihre Tischnachbarin über Kaffeetasse und Frühstücksteller hinweg an. „Sie haben auf jeden Fall mehr als fünf“, sagt eine Seniorin aus Sulzdorf zu der um Jahre jüngeren Bettina aus Mulfingen. „Und Sie liegen mindestens bei acht.“ Die ältere Dame kichert: „Stimmt.“

 

 

„Auf Umwegen geradewegs zum Ziel“

 

Wildfremde Menschen begegnen sich beim Frühstückstreffen für Frauen – offen, ehrlich, herzlich. In der Verbundenheit dieser Veranstaltung, mit christlichem Hintergrund, kommen die Teilnehmerinnen ganz selbstverständlich mit den Nachbarinnen ins Gespräch. Die übliche Distanz und Fremde löst sich auf. Gespräche mit Tiefgang werden geführt.

 

Der Vortrag, der stets ein Thema aus dem Leben aufgreift, tut sein Übriges. „Auf Umwegen zum Ziel“, darüber spricht die Buchautorin Zachmann aus Pfinztal. Nach dem musikalischen Auftakt der Familie Fahrian erzählt die Referentin in heiterer Stimmung Momente aus ihrem Leben. Von der schweren Zeit nach der Geburt ihrer Zwillinge. Weil sie sogleich in eine Kinderklinik kamen, konnte die Mutter ihre Kinder „Zachmann eins und zwei“, wie es auf dem Bettchen stand,  erst eine Woche später sehen. „Sind das wirklich meine Kinder?“ Mit der Frage schleppte sie sich lange rum, das Mutterglück blieb erst Mal aus.

 

Inmitten des Babyalltagsstresses, nach nur acht Monaten, färbte sich dann der Papiertest wieder rosa. Schwanger! Nach einer Traumschwangerschaft und einer „nur 17-stündigen Geburt“, hielt sie ihr Neugeborenes im Arm und sagte einen Satz, für den sie sich heute schämt: „Wie sieht denn das Kind aus? Das ist doch behindert!“ Ihr Sohn Jonas hat das Downsyndrom.

 

Diese Nachricht, die sie zuerst in eine tiefe Krise stürzte, erwies sich für sie als Glücksfall. „Ein Geschenk“ nennt sie ihren Sohn, mit dem sie heute erfolgreich Bücher schreibt und in ganz Deutschland auftritt.

 

Darum geht es, aus der Bibel zitiert: „Alles, was geschieht, soll uns zum Besten dienen.“ Es sei freilich nicht immer leicht, das so anzunehmen. Ob ein Unglück nun ein Glück ist, darauf zu warten oder zu hoffen, erfordert Geduld. Man kenne ja den Satz: „Wer weiß, wofür es gut ist.“

 

„Wozu bin ich auf der Welt?“, fragt Doro Zachmann. Die Gesichter der Frauen sind nachdenklich, manche Stirn wird gerunzelt, mancher Mund lächelt leicht. Für die Buchautorin ist die Antwort gefunden: Schreiben und Jonas, zwei Fäden sind da zusammengekommen, die in ihrem Leben perfekt verknüpft wurden. „Ja Mädels, manches will auf Umwegen entdeckt werden“, appelliert Zachmann abschließend, „jetzt ist Leben. Vorhang auf!“

 

Zwei Frauen unterhalten sich nach dem Vortrag und sind sich einig: Der Rückblick ist wichtig. Die Referentin zitierte dazu Sören Kierkegaard: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts.“ Wie viele kleine Dinge geschehen, die wir gar nicht so wahrnehmen, die aber etwas Gutes zur Folge hatten. Ohne Rückblick würden wir sie übersehen.

 

Neue Räume kommen gut an

 

Bettina aus Mulfingen erinnert sich an eine Autofahrt. Das Navy funktionierte nicht, sie fand zwar letztlich zum Ziel, aber vorher fand sie noch eine wunderschöne Landschaft – auf dem Umweg.

 

220 Frauen, 50 mehr als bei den bisherigen Frühstückstreffen, verlassen am Samstag nur langsam die Kantine des modernen Gebäudes. Die neuen Räumlichkeiten sind gut angenommen worden. So erlebt es auch Moderatorin Esther Würth. Bisher waren die Veranstaltungen im Hotel Krone in Hessental. Da dieses geschlossen wurde, fanden die Organisatoren mit der Bausparkasse einen neuen Gastgeber.

 

Zwei Frauen sitzen noch lange, nachdem die meisten gegangen sind, an ihren Plätzen. Die eine wischt sich eine Träne ab, die andere tröstet. Wer weiß, wofür die Krise, in der die Frau steckt, gut ist...