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Zu sich selbst stehen –

begeistertes Publikum bei Lesung von Jonas und Doro Zachmann

 

Karlsruhe, 14. März 2018. Mit Charme, Humor und starken Botschaften begeisterten Jonas und Doro Zachmann bei der Lesung im Bürgerzentrum Südweststadt ihr Publikum.
Foto: Badischer Landesverein für Innere Mission

 

Rund 40 Gäste waren der Einladung des Badischen Landesvereins für Innere Mission gefolgt (BLV) und gekommen, um den jungen Mann mit Down-Syndrom und seine Mutter zu hören.

Abwechselnd lasen die beiden aus ihrem Buch „Bin kein Star, bin ich. Knüller Jonas findet seinen Platz im Leben“. Musikunterlegte Bilder, Zeichnungen von Jonas und kurze Auszüge aus weiteren Texten ergänzen die gelesen Passagen.

Themen, zu denen Mutter und Sohn etwas zu sagen bzw. zu lesen hatten, waren unter anderem der Auszug von Jonas aus dem Elternhaus, sein Beruf (Jonas: „Ist cool, Schreiner sein!“), Hobbys wie Essen und Tanzen ( „Ich liebe es!“), und sein Down-Syndrom („Bin okay so bei mir – nichts tut weh bei mir“) oder auch das unangenehme Gefühl, wenn andere das Down-Syndrom allzu stark in den Fokus stellen  („Mich interessiert nicht, ob ich Behinderung hab! Das ist unwichtig!“).

Doro Zachmann fasste ihre bemerkenswerten Erfahrungen unter anderem so: „Jonas hat uns gelehrt, das Leben wirklich zu verstehen. Er lebt fasadenfrei und maskenlos, steht zu sich selbst, ist pur.“

Die Lesung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Was bleibt.“, die noch bis Ostermontag in der Krypta der Evangelischen Stadtkirche am Marktplatz zu sehen ist. Die Ausstellung nimmt Fragen wie „Was werde ich als Mensch auf Erden hinterlassen?“ in den Blick und thematisiert das Weitergeben, Schenken, Stiften und Vererben.

Da Voraussetzung für die Beantwortung dieser „Was bleibt“-Fragen zunächst die Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt ist, geht das umfangreiche Begleitprogramm zu Ausstellung auch vorgeschalteten Überlegungen nach und fragt unter anderem: „Wer bin ich?“ und „Wohin führt mein Lebensweg?“.

Jonas und Doro Zachmann haben mit ihrer Lesung starke Impulse dazu gegeben und aufgezeigt, was es heißt, (auch mit Behinderung) zu sich selbst zu stehen.


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Schwäbisch Hall

 

Glück trotz Down-Syndrom

 

Sonja Alexa Schmitz | 24.10.2017  

 

Doro Zachmann, Mutter und Buchautorin, spricht in der Kantine der Bausparkasse über die Geburt ihrer Kinder, Erfahrungen in der Kinderklinik und eine einschneidende Diagnose.  Foto:  Ufuk Arslan

 

 

Wie ehrgeizig bin ich? Die Frage sollen sich die Damen stellen, fordert Moderatorin Esther Würth. „Und für wie ehrgeizig halten Sie Ihr Gegenüber auf einer Skala von eins bis zehn?“ 220 Frauen schauen ihre Tischnachbarin über Kaffeetasse und Frühstücksteller hinweg an. „Sie haben auf jeden Fall mehr als fünf“, sagt eine Seniorin aus Sulzdorf zu der um Jahre jüngeren Bettina aus Mulfingen. „Und Sie liegen mindestens bei acht.“ Die ältere Dame kichert: „Stimmt.“

 

 

„Auf Umwegen geradewegs zum Ziel“

 

Wildfremde Menschen begegnen sich beim Frühstückstreffen für Frauen – offen, ehrlich, herzlich. In der Verbundenheit dieser Veranstaltung, mit christlichem Hintergrund, kommen die Teilnehmerinnen ganz selbstverständlich mit den Nachbarinnen ins Gespräch. Die übliche Distanz und Fremde löst sich auf. Gespräche mit Tiefgang werden geführt.

 

Der Vortrag, der stets ein Thema aus dem Leben aufgreift, tut sein Übriges. „Auf Umwegen zum Ziel“, darüber spricht die Buchautorin Zachmann aus Pfinztal. Nach dem musikalischen Auftakt der Familie Fahrian erzählt die Referentin in heiterer Stimmung Momente aus ihrem Leben. Von der schweren Zeit nach der Geburt ihrer Zwillinge. Weil sie sogleich in eine Kinderklinik kamen, konnte die Mutter ihre Kinder „Zachmann eins und zwei“, wie es auf dem Bettchen stand,  erst eine Woche später sehen. „Sind das wirklich meine Kinder?“ Mit der Frage schleppte sie sich lange rum, das Mutterglück blieb erst Mal aus.

 

Inmitten des Babyalltagsstresses, nach nur acht Monaten, färbte sich dann der Papiertest wieder rosa. Schwanger! Nach einer Traumschwangerschaft und einer „nur 17-stündigen Geburt“, hielt sie ihr Neugeborenes im Arm und sagte einen Satz, für den sie sich heute schämt: „Wie sieht denn das Kind aus? Das ist doch behindert!“ Ihr Sohn Jonas hat das Downsyndrom.

 

Diese Nachricht, die sie zuerst in eine tiefe Krise stürzte, erwies sich für sie als Glücksfall. „Ein Geschenk“ nennt sie ihren Sohn, mit dem sie heute erfolgreich Bücher schreibt und in ganz Deutschland auftritt.

 

Darum geht es, aus der Bibel zitiert: „Alles, was geschieht, soll uns zum Besten dienen.“ Es sei freilich nicht immer leicht, das so anzunehmen. Ob ein Unglück nun ein Glück ist, darauf zu warten oder zu hoffen, erfordert Geduld. Man kenne ja den Satz: „Wer weiß, wofür es gut ist.“

 

„Wozu bin ich auf der Welt?“, fragt Doro Zachmann. Die Gesichter der Frauen sind nachdenklich, manche Stirn wird gerunzelt, mancher Mund lächelt leicht. Für die Buchautorin ist die Antwort gefunden: Schreiben und Jonas, zwei Fäden sind da zusammengekommen, die in ihrem Leben perfekt verknüpft wurden. „Ja Mädels, manches will auf Umwegen entdeckt werden“, appelliert Zachmann abschließend, „jetzt ist Leben. Vorhang auf!“

 

Zwei Frauen unterhalten sich nach dem Vortrag und sind sich einig: Der Rückblick ist wichtig. Die Referentin zitierte dazu Sören Kierkegaard: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts.“ Wie viele kleine Dinge geschehen, die wir gar nicht so wahrnehmen, die aber etwas Gutes zur Folge hatten. Ohne Rückblick würden wir sie übersehen.

 

Neue Räume kommen gut an

 

Bettina aus Mulfingen erinnert sich an eine Autofahrt. Das Navy funktionierte nicht, sie fand zwar letztlich zum Ziel, aber vorher fand sie noch eine wunderschöne Landschaft – auf dem Umweg.

 

220 Frauen, 50 mehr als bei den bisherigen Frühstückstreffen, verlassen am Samstag nur langsam die Kantine des modernen Gebäudes. Die neuen Räumlichkeiten sind gut angenommen worden. So erlebt es auch Moderatorin Esther Würth. Bisher waren die Veranstaltungen im Hotel Krone in Hessental. Da dieses geschlossen wurde, fanden die Organisatoren mit der Bausparkasse einen neuen Gastgeber.

 

Zwei Frauen sitzen noch lange, nachdem die meisten gegangen sind, an ihren Plätzen. Die eine wischt sich eine Träne ab, die andere tröstet. Wer weiß, wofür die Krise, in der die Frau steckt, gut ist...

 

 

 




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Lesung in Ispringen am 24.06.16
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